Interview mit Natascha
Dass es Kleidung nach den Schnitten von RabenART fertig zu kaufen gibt, war Anfangs eigentlich garnicht geplant. Doch es kam anders – und darüber bin ich wirklich froh! Mein erstes Probenähen spülte mir Natascha ins Leben. Aus der kritischen Probenäherin (die mich Anfangs einige Nerven und eine wichtige Lektion gekostet hat) wurde eine Freundin und Kollegin.
Magst du dich kurz vorstellen?
Wer bist du und was machst du gerne, wenn du nicht nähst?

Hi, ich bin Natascha.
Ich bin 33 Jahre alt und ein Dorfkind, das am liebsten einen eigenen Hof hätte. Vor den Kindern war ich Sozialpädagogin, jetzt habe ich zwei freche Töchter, die mich auf Trab halten.
Den Traum vom eigenen Hof erfülle ich mir zumindest mal im Kleinen bei uns zu Hause mit einen „Mini-Hof“. Bei uns leben Wachteln, Zwergkaninchen, Schildkröten und ein Hund. Wenn zwischen Tieren, Kindern, Garten, Haushalt und Nähen doch ein bisschen Zeit bleibt, bin ich gerne kreativ oder tanze.
Seit wann nähst du und wie bist du dazu gekommen?
Ich nähe eigentlich schon immer. Meine Mama hat immer meine Faschingskostüme genäht und mit ca. 9 Jahren habe ich mir mein erstes Outfit genäht. Dann war es phasenweise mal mehr, mal weniger. Seit der ersten Schwangerschaft ist es mein liebstes Hobby. Erst nur Babysachen, dann auch für mich und Freunde/Familie.
Mein Gewerbe „Tascha näht’s“ habe ich 2023 auf Liljanas postitive Bekräftigung hin angemeldet, um RabenART-Schnitte gewerblich zu nähen.
Dein Weg zu RabenART
Wie bist du zu RabenART gekommen?
Ich habe schon meine Große abgehalten, allerdings relativ umständlich mit normalen Stoffwindeln und dem ganzen Body-Strumpfhosen-Hosen-Gedöns. Im letzten Schwangerschaftsmonat mit meinem zweiten Baby bin ich über Liljanas Aufruf für den Abhaltebody „Abraxas“ gestolpert. Und weil ich eh damit gerechnet habe, dass sich die Kleine noch etwas Zeit lässt, habe ich mich beworben. Seitdem bin ich größter Fan und im Stammteam dabei.
Die Kleine hat übrigens die ersten zwei Lebensjahre fast nur RabenART getragen.
Was hat dich an der Idee hinter RabenART begeistert?
Ui… das ist viel!
Liljana kam mir vom ersten Moment an sympathisch rüber. „Abraxas“ fand ich in der Theorie sofort genial und praktisch dann auch. Der Stoffverbrauch ist bei allen Schnittmustern optimiert, wenig Papier auszudrucken…. Das Rundum-Paket stimmt einfach!
Achso… Abhalten und Stoffwindelsysteme finde ich eh prima.
Was bedeutet es für dich, Teil von RabenART zu sein?
Für mich ist es die ideale Möglichkeit, selbstständig zu sein – kreativ mein Hobby auszuüben und gleichzeitig doch irgendwo dabei zu sein. Zwischen uns passt es einfach. Außerdem kann ich so zu Hause und für meine Kinder da sein, während sie erleben, dass Arbeiten Freude macht.
Über deine Arbeit
Was ist dein Lieblingsstück aus dem RabenART-Sortiment und warum?
Puuuuuuhh…. super schwierig!
Also als Basicteil und am aller häufigsten genäht und genutzt habe ich natürlich den Abhaltebody „Abraxas“. „Krabat“ (der Abhalteoverall) ist auch toll – besonders im Winter. „Raven“ (die Cowboyhose) ist total praktisch, aber tatsächlich optisch nicht mein Liebling. „Raban“ (die Cowboylatzhose) finde ich super cool, durch das Loch im Schritt aber auch nicht so mein persönlicher Liebling.
Dann ist es wohl „Hugin“ – der Splitstrampler ist einfach super niedlich!
Das Kind ist vollständig bekleidet und trotzdem kommt man überall gut dran. UND: ohne Backup konnte meine Kleine damit schon sehr früh selbstständig aufs Töpfchen gehen – ohne halb nackt zu sein.





Was macht die Arbeit mit den speziellen Schnitten für Windelfrei-Kleidung besonders?
So kann ich zwei Themen, die mir gefallen miteinander verbinden: Windelfrei und Nähen. Hatte ich erwähnt, dass ich auch Windelfreiberaterin vom Artgerecht-Projekt bin? Also, es passt einfach für mich.
Gibt es eine Herausforderung oder eine lustige Anekdote aus dem Näh-Alltag, die du teilen möchtest?
Ach, bei mir ist es immer lustig beim Nähen. Oft habe ich dabei ein Kind auf dem Schoß, das die Nadeln rauszieht, das Nähfüßchen rauf und runter macht oder das passende Garn raussucht, einfädelt und bei Bedarf umspult. Das kann natürlich auch eine Herausforderung sein 😉
Vision und persönliche Meinung
Was ist für dich das Schönste an deiner Arbeit?
Dass ich damit so flexibel bin (z.B. wenn die Kinder krank sind und zuhause bleiben) und etwas „erschaffen“ kann, was dann noch mehr Leuten Freude bereitet – Gibt’s einen schöneren Job??
Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für dich – in deinem Job und privat?
Eine große – auf ganz verschiedenen Ebenen. Ich habe zum Beispiel keinen Arbeitsweg und nutze unser Haus gut aus (steht nicht den halben Tag leer). Windelfrei, Stoffwindeln und Bio-Wollstoffe passen für mich auch perfekt dazu. Privat versuche ich bspw. meinen Garten nach dem Prinzip der Permakultur anzulegen und achte darauf, dass wir nicht zu viel Zeug haben (mit eher mäßigem Erfolg), um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Was würdest du Eltern, die neu mit Windelfrei starten, mit auf den Weg geben?
Geht es locker an! Macht’s euch leicht und habt Spaß miteinander!
Wie sagt Nicola Schmidt vom Artgerecht-Projekt so schön?
„Lächeln, Wischen, Waschen!“